Mit Crimson Desert arbeitet Pearl Abyss, das Studio hinter Black Desert, an einem ambitionierten OpenWorld-Action-Adventure, das auf dem ebenso faszinierenden wie gefährlichen Kontinent Pywel spielt.Spielerinnen und Spieler schlüpfen in die Rolle von Kliff, dem Anführer der Greymanes, und begleiten
ihn auf einer Reise voller Herausforderungen, Kämpfe und Entdeckungen.
Auf der Gamescom hatte ich die Gelegenheit, Crimson Desert selbst anzuspielen und mir einen ersten
Eindruck von dem Titel zu verschaffen. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass das Spiel in vielerlei
Hinsicht ambitioniert ist. Bevor es jedoch ins eigentliche Abenteuer ging, stand zunächst ein Tutorial auf
dem Programm, das die grundlegenden Steuerungs- und Kampfelemente erklärte.
Dabei wurde schnell klar, dass Crimson Desert über ein vergleichsweise komplexes Steuerungssystem
verfügt. Da ich für die Demo lediglich rund 50 Minuten Zeit hatte, musste ich viele Mechaniken in kurzer
Zeit erlernen. Im fertigen Spiel dürfte dieser Einstieg deutlich behutsamer erfolgen. Besonders positiv
hervorheben möchte ich an dieser Stelle das Team vor Ort, das jederzeit bei Fragen zur Verfügung
stand und den Einstieg angenehm begleitet hat.
Und dann gehts los
Nach dem Tutorial wurde ich direkt in eine groß angelegte Schlacht geworfen. Die Inszenierung war
beeindruckend: Überall tobten Kämpfe, Verbündete und Gegner prallten aufeinander, während die
hervorragende Soundkulisse für eine glaubwürdige und bedrohliche Atmosphäre sorgte. Die Schlacht
wirkte chaotisch, aber auf die richtige Art – man hatte das Gefühl, tatsächlich Teil eines größeren
Konflikts zu sein.
Besonders das Kampfsystem wusste zu überzeugen. Die Kämpfe fühlen sich dynamisch, schnell und
abwechslungsreich an. Anfangs musste ich mich noch an die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten
gewöhnen, doch sobald die Mechaniken saßen, entwickelte sich ein sehr befriedigender Spielfluss. Die
flüssigen Animationen und die wuchtige Inszenierung der Angriffe sorgten dafür, dass sich jeder Kampf
spektakulär anfühlte.
So sehr mich die Hauptquest vorantrieb, musste ich mich immer wieder dazu zwingen, ihr tatsächlich
zu folgen. Stattdessen wollte ich ständig weitere Gegner bekämpfen, Beute einsammeln oder die
Umgebung erkunden. Gerade das spricht für die Stärke der Spielwelt, die bereits in der Demo neugierig
auf mehr machte.
Technisch hinterließ Crimson Desert ebenfalls einen positiven Eindruck. Das Spiel lief während meiner
Session durchweg flüssig und präsentierte eine beeindruckende Grafik. Die Welt wirkte lebendig,
detailliert und glaubwürdig gestaltet. Gelegentlich zeigte sich die Kamera in hektischen
Kampfsituationen etwas unruhig, was jedoch bei actionreichen Spielen dieser Art keine Seltenheit ist
und den Gesamteindruck nur geringfügig schmälerte.
Story
Zur Geschichte selbst lässt sich nach der Demo allerdings noch wenig sagen. Die gezeigte Quest spielte
offenbar mitten im Spielverlauf und lieferte nur wenige Informationen über die Handlung oder die
Charaktere. Daher bleibt abzuwarten, wie stark die narrative Komponente am Ende ausfallen wird.
Das Leveldesign hinterließ dagegen bereits einen vielversprechenden Eindruck. Viele Bereiche wirkten
so gestaltet, als würden sie zum Erkunden einladen und eigene kleine Geschichten erzählen. Leider
reichte die begrenzte Spielzeit nicht aus, um die Umgebung ausführlicher unter die Lupe zu nehmen.
Hier wird entscheidend sein, ob Pearl Abyss eine offene Welt erschaffen kann, die interessant und abwechslungsreich bleibt, ohne dabei durch zu viele Aktivitäten von der eigentlichen Handlung
abzulenken.
Ein weiterer Punkt ist die Steuerung. Sie stellt sicherlich eine der größten Einstiegshürden dar,
gleichzeitig aber auch eine der größten Stärken des Spiels. Wer Freude daran hat, komplexe Systeme zu
meistern, Kombinationen zu lernen und sein Können kontinuierlich zu verbessern, dürfte hier viel Spaß
haben. Pearl Abyss hat bereits auf Community-Feedback reagiert und arbeitet offenbar daran, den
Einstieg zugänglicher zu gestalten, ohne die spielerische Tiefe zu verlieren.
Mein persönliches Highlight war letztlich die Welt selbst. Während die Kämpfe viel Spaß machten, hätte
ich am liebsten deutlich mehr Zeit mit dem Erkunden verbracht. Tatsächlich war ich so beschäftigt
damit, Gegner zu plündern und jeden Winkel der Umgebung zu untersuchen, dass ich es innerhalb der
Demo gar nicht erst bis zum Endboss geschafft habe.
Fazit
Nach meinem ersten Eindruck besitzt Crimson Desert großes Potenzial. Die Kombination aus
spektakulären Kämpfen, einer beeindruckenden Spielwelt und einer technisch starken Präsentation
macht neugierig auf das fertige Spiel. Noch bleiben einige Fragen offen, insbesondere hinsichtlich Story
und Questdesign. Sollte Pearl Abyss diese Bereiche ebenso überzeugend umsetzen wie die bereits
gezeigten Aspekte, könnte uns hier eines der spannendsten Action-Adventures der kommenden Jahre
erwarten.
