In EverSiege: Untold Ages von Tindalos Interactive und Dear Villagers steht das Schicksal der Menschheit
auf dem Spiel. Bastion, die letzte verbliebene Stadt der Menschen, ist noch nicht gefallen – doch die
Bedrohung durch die Mächte von EverSiege wächst unaufhaltsam. Als eine mächtige Demi-Gottheit
liegt es an euch, die Stadt zu verteidigen, wichtige Entscheidungen zu treffen und die Zukunft der
letzten Zuflucht der Menschheit zu sichern.
Was euch erwartet
Das Spiel kombiniert Action-, Strategie- und Roguelite-Elemente zu einem Konzept, das bewusst
Erinnerungen an klassische Warcraft-3-Mods und frühe MOBA-Erfahrungen weckt. Dabei übernehmt ihr
die Kontrolle über einen von mehreren spielbaren Demi-Göttern und kämpft gegen immer stärker
werdende Gegnerhorden, während ihr gleichzeitig eure Stadt verwaltet, Ressourcen einsetzt und die
umliegende Welt erkundet.
Bereits nach kurzer Zeit wird deutlich, dass Entscheidungen das Herzstück des Spiels bilden. Jede Runde
entwickelt sich anders und stellt die Spielerinnen und Spieler vor neue Herausforderungen. Solltet ihr
die Umgebung erkunden und antike Ruinen wiederaufbauen, um langfristige Vorteile zu erhalten?
Konzentriert ihr euch lieber darauf, Erfahrungspunkte und mächtige Verstärkungen zu sammeln? Oder
investiert ihr eure Zeit ausschließlich in die Verteidigung Bastions gegen die heranrückenden Feinde?
Genau diese ständige Abwägung sorgt dafür, dass sich kein Durchlauf wie der vorherige anfühlt. Jede
Entscheidung beeinflusst den weiteren Spielverlauf und eröffnet neue strategische Möglichkeiten. Die
Roguelite-Struktur unterstützt diesen Ansatz zusätzlich und schafft einen hohen Wiederspielwert.
Auch bei der Wahl des eigenen Spielstils bietet EverSiege: Untold Ages erfreulich viel Freiheit. Die
verschiedenen Demi-Götter verfügen über individuelle Fähigkeiten und bevorzugte Kampfstile. Ob ihr
lieber mit einer schweren Axt in die Schlacht zieht, Schwert und Schild nutzt oder auf schnelle Angriffe
mit Dolchen setzt, bleibt euch überlassen. Dadurch fühlt sich jeder Charakter spürbar anders an und
lädt dazu ein, verschiedene Herangehensweisen auszuprobieren.
Parallel dazu müsst ihr Bastion kontinuierlich ausbauen und verteidigen. Türme können errichtet,
Truppen verbessert und Verteidigungsanlagen verstärkt werden, um den immer größer werdenden
Gegnerwellen standzuhalten. Gleichzeitig locken in der Spielwelt wertvolle Belohnungen,
Herausforderungen und Ruinen, die wichtige Vorteile für den weiteren Verlauf bieten können.
Genau hier entsteht die spannende Dynamik des Spiels: Wer sich zu lange außerhalb der Stadt aufhält,
riskiert, dass Bastion von den feindlichen Horden überrannt wird. Wer jedoch ausschließlich verteidigt,
verpasst möglicherweise entscheidende Verstärkungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Ständig
müssen Risiken gegen potenzielle Belohnungen abgewogen werden.
Potential ist da
Beim Anspielen hat mich besonders diese Balance zwischen Erkundung, Charakterentwicklung und
Stadtverteidigung überzeugt. Die Welt verändert sich fortlaufend, jede Entscheidung hat spürbare
Auswirkungen und das Spiel schafft es immer wieder, neue Ziele und Prioritäten zu setzen. Dadurch
entsteht ein Spielfluss, der motiviert und dazu einlädt, noch „eine Runde mehr“ zu spielen.
Besonders beeindruckend war dabei, wie viele unterschiedliche Lösungswege das Spiel bereits in seiner
aktuellen Form zulässt. Es gibt nicht die eine richtige Strategie. Stattdessen müssen die Spielerinnen
und Spieler flexibel auf die jeweilige Situation reagieren und ihre Prioritäten immer wieder neu
festlegen.
Neben der Solo-Kampagne lässt sich EverSiege: Untold Ages zudem mit bis zu drei weiteren Personen im
Koop spielen. Gerade hier dürfte das Spiel einen großen Teil seines Potenzials entfalten, wenn
unterschiedliche Rollen und Strategien innerhalb der Gruppe aufeinander abgestimmt werden.
Fazit
Nach meinem ersten Eindruck besitzt EverSiege: Untold Ages großes Potenzial. Die Mischung aus Action,
Strategie und Roguelite-Mechaniken funktioniert bereits jetzt erstaunlich gut und erzeugt einen
motivierenden Gameplay-Loop, der zum Experimentieren einlädt. Vor allem Fans klassischer Warcraft-3-
Mods, Tower-Defense-Konzepte und früher MOBA-Erfahrungen sollten den Titel im Auge behalten.
Wenn die Entwickler die vorhandenen Ansätze konsequent weiter ausbauen, könnte hier ein äußerst
spannender Genre-Mix entstehen.
